Über die eigene Bestattung nachzudenken, gehört sicherlich nicht zu den angenehmsten Aufgaben im Leben. Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Denn ein Todesfall bedeutet für Angehörige nicht nur eine emotionale Belastung. Auch organisatorische Aufgaben und finanzielle Fragen müssen häufig innerhalb kurzer Zeit geregelt werden.
Eine rechtzeitige Bestattungsvorsorge kann dabei helfen, die Angehörigen im Ernstfall zu entlasten. Dazu gehört nicht nur die Frage, welche Art von Bestattung gewünscht wird. Auch die Finanzierung der entstehenden Kosten kann Teil einer vorausschauenden Planung sein.
Welche Kosten können bei einer Bestattung entstehen?
Eine Bestattung setzt sich aus zahlreichen einzelnen Leistungen zusammen. Je nach Bestattungsart, Region und persönlichen Wünschen können die Kosten unterschiedlich hoch ausfallen.
Zu den möglichen Ausgaben gehören beispielsweise:
- Leistungen des Bestattungsunternehmens
- Sarg oder Urne
- Friedhofs- und Grabgebühren
- Überführung
- Trauerfeier
- Blumenschmuck
- Trauerdrucksachen
- Grabstein oder andere Gedenkzeichen
- weitere organisatorische Leistungen
Gerade weil sich die Gesamtkosten aus vielen verschiedenen Positionen zusammensetzen, kann es für Angehörige schwierig sein, unmittelbar nach einem Todesfall den finanziellen Überblick zu behalten.
In Österreich gehören Begräbniskosten grundsätzlich zu den Verbindlichkeiten des Nachlasses. Reicht das vorhandene Nachlassvermögen nicht aus, können bestimmte Begräbniskosten unter den gesetzlichen Voraussetzungen steuerlich als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden.
Was bedeutet Bestattungsvorsorge?
Unter Bestattungsvorsorge versteht man die frühzeitige Beschäftigung mit den eigenen Vorstellungen für den späteren Abschied. Dabei kann es um ganz unterschiedliche Fragen gehen.
Welche Bestattungsform soll gewählt werden? Gibt es einen bestimmten Friedhof? Welche Wünsche bestehen hinsichtlich der Trauerfeier? Und vor allem: Wie sollen die voraussichtlich entstehenden Kosten finanziert werden?
Eine finanzielle Vorsorge kann Angehörigen später eine zusätzliche Sorge abnehmen. Statt sich in einer emotional schwierigen Situation auch noch Gedanken darüber machen zu müssen, wie die Bestattung bezahlt wird, kann bereits zu Lebzeiten eine entsprechende Regelung getroffen werden.
Begräbniskostenversicherung als Möglichkeit der finanziellen Vorsorge
Eine Möglichkeit, für die finanziellen Folgen eines Todesfalls vorzusorgen, ist eine Begräbniskostenversicherung. Sie ist darauf ausgerichtet, im Todesfall eine vereinbarte finanzielle Leistung bereitzustellen, mit der die entstehenden Bestattungskosten abgedeckt werden können.
Welche Leistungen tatsächlich enthalten sind, hängt immer vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Deshalb sollten Interessierte vor einem Abschluss genau prüfen, welche Versicherungssumme vereinbart wird, wie hoch die Beiträge sind, welche Voraussetzungen gelten und welche Leistungen im Todesfall vorgesehen sind.
Für Österreich werden beispielsweise Modelle angeboten, bei denen zwischen laufenden Beiträgen und einem Einmalbeitrag gewählt werden kann. Auf der Website des Anbieters wird außerdem ein Sofortschutz ab dem ersten Tag sowie eine maximale Beitragszahlungsdauer von 25 Jahren genannt. Ein Abschluss soll dort bis zum 85. Lebensjahr möglich sein.
Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, findet weitere Informationen zur österreichischen Begräbniskostenversicherung unter:
Begräbniskostenversicherung in Österreich.
Warum kann eine solche Vorsorge sinnvoll sein?
Der wichtigste Gedanke hinter einer finanziellen Bestattungsvorsorge ist die Entlastung der Angehörigen. Ein Todesfall lässt sich nicht planen. Die finanziellen Rahmenbedingungen können dagegen zumindest teilweise im Voraus geregelt werden.
Eine entsprechende Vorsorge kann insbesondere dann interessant sein, wenn keine ausreichenden Rücklagen vorhanden sind oder wenn man sicherstellen möchte, dass für die eigenen Bestattungswünsche eine finanzielle Grundlage vorhanden ist.
Darüber hinaus kann die Beschäftigung mit dem Thema dazu führen, dass persönliche Wünsche frühzeitig besprochen und dokumentiert werden. Das kann den Angehörigen später Orientierung geben.
Worauf sollte man beim Abschluss achten?
Eine Versicherung sollte nicht allein aufgrund eines günstigen Monatsbeitrags ausgewählt werden. Entscheidend ist vielmehr, ob die Leistungen zur persönlichen Situation passen.
Vor einem Abschluss sollten daher unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
Wie hoch ist die Versicherungssumme?
Die Summe sollte sich an den voraussichtlich gewünschten Leistungen orientieren.
Wie lange müssen Beiträge bezahlt werden?
Bei verschiedenen Angeboten unterscheiden sich Laufzeit und Zahlungsmodalitäten.
Ab wann besteht Versicherungsschutz?
Hier können je nach Vertrag unterschiedliche Regelungen gelten.
Was passiert bei einem Todesfall im Ausland?
Wer häufig reist oder längere Zeit im Ausland verbringt, sollte prüfen, ob und in welchem Umfang Überführungsleistungen vorgesehen sind.
Welche Ausschlüsse und Bedingungen gibt es?
Die Vertragsbedingungen sollten sorgfältig gelesen werden. Bei Versicherungen können beispielsweise bestimmte Wartezeiten, Voraussetzungen oder Einschränkungen eine Rolle spielen.
Vorsorge bedeutet auch persönliche Planung
Bestattungsvorsorge ist mehr als eine finanzielle Frage. Sie bietet die Möglichkeit, sich rechtzeitig mit den eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen.
Manche Menschen möchten ihre Angehörigen möglichst wenig mit Entscheidungen belasten. Andere möchten ganz bestimmte Vorstellungen für ihre Trauerfeier oder Bestattung festlegen. Wieder andere wollen vor allem verhindern, dass ihre Familie unerwartete finanzielle Verpflichtungen übernehmen muss.
Deshalb kann es sinnvoll sein, finanzielle Vorsorge und persönliche Wünsche miteinander zu verbinden.
Fazit: Frühzeitig planen kann Angehörige entlasten
Eine Bestattung bringt für Hinterbliebene viele Aufgaben mit sich. Neben der Trauer müssen organisatorische Entscheidungen getroffen und finanzielle Fragen geklärt werden. Eine frühzeitige Bestattungsvorsorge kann dazu beitragen, diese Situation übersichtlicher zu gestalten.
Eine Begräbniskostenversicherung kann dabei eine Möglichkeit sein, die Finanzierung der späteren Bestattung bereits zu Lebzeiten zu planen. Wichtig ist jedoch, Angebote nicht nur anhand des Beitrags zu vergleichen, sondern insbesondere Versicherungssumme, Leistungsumfang, Laufzeit und Vertragsbedingungen zu berücksichtigen.
Wer sich frühzeitig informiert, kann seine eigenen Vorstellungen festhalten und gleichzeitig dazu beitragen, die Angehörigen im Ernstfall finanziell und organisatorisch zu entlasten.
