Buchtipps zum Thema Duale Ausbildung

Buchtipps zum Thema Duale Ausbildung

Traumberuf Schauspieler Der Wegweiser zum Erfolg

Kurzbeschreibung
Ratgeber für junge Menschen, die Schauspieler auf der Bühne oder bei Film und Fernsehen werden möchten: Welche Fähigkeiten sollten sie für den Beruf des Schauspielers mitbringen, welche Ausbildungsformen gibt es in Deutschland und wie können sie nach der Ausbildung in der Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft erfolgreich arbeiten? Erste Schritte, Schauspielschulen, Aufnahmeprüfung, Ausbildung, Bewerbungen, Arbeitsbereiche, Agenturen, Vorsprechen, Casting, Karriereplanung, Marketing und Finanzen sind die Überschriften, unter denen die Autorin diese zentralen Fragestellungen auf dem Weg in den Beruf behandelt. Dazu hat sie 100 Interviews mit Castern, Agenten, Dramaturgen, Regisseuren u.a. geführt. Ein umfangreicher Anhang mit Adressen und Anforderungen von Schulen, Agenturen etc. macht den Band unentbehrlich für alle angehenden Schauspieler.

PraktikumsKnigge – Leitfaden zum Berufseinstieg

Kurzbeschreibung
„Früher waren Praktika ein Plus, heute sind sie ein Muss“ erklärt das Hochschulteam der Arbeitsagentur im PraktikumsKnigge. Dieser Ratgeber hat auf 192 Seiten alle relevanten Informationen über den neuen Ausbildungsbaustein „Praktikum“ zusammengestellt – untermauert durch Tipps und Interviews mit 29 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaft (darunter Manuela Ebbes-Barr Senior Manager Bertelsmann, Professor Christian Scholz Uni Saarland / Herausgeber der Zeitschrift für Personalforschung, Dr. Tobias Nickel Recruiting-Chef BMW, Ulrike Maercks-Franzen Bundesgeschäftsführerin FB 8 ver.di, Dr. Thorsten Jörn Klein Vorstandsmitglied Gruner+Jahr).

Zusätzlich wird in einem 20-seitigem Spezial zum Thema „Medien und PR“ die spezielle Praktikantenwelt der Medienbranche beleuchtet. Stimmung, Arbeitsplatzsituation und Kennzahlen der Branche werden genauso dargestellt, wie die besonderen Anforderungen an Medien- und PR-Praktikum.

Der PraktikumsKnigge ist somit das Handbuch für die „Generation Praktikum“ („Die Zeit“) und der stete Begleiter für Schulabgänger und Studenten. Er bietet Orientierung, erklärt die Hürden beim ersten Arbeiten und beschreibt, wie aus einem Praktikum ein fester Job werden kann. Mit aussagekräftigen Firmenprofilen und einem umfangreichen Index von qualifizierten Stellenanbietern.

Einstellungstests für Auszubildende.

Kurzbeschreibung
Die erste Hürde auf dem Weg zum Ausbildungsplatz ist geschafft, die Einladung zum Eignungstest liegt auf dem Tisch. Hertwig und Weinem machen Bewerber fit für unterschiedlichste Einstellungstests. Mit Übungsfragen und Lösungen aus der Praxis kann man sein Wissen prüfen und Lücken schließen. Stressmanagement und Entspannungsübungen helfen, Prüfungsängste zu überwinden und im entscheidenden Moment die Nase vorn zu haben.

Testtraining für Ausbildungsplatzsucher. Hilfe bei Bewerbung, Tests und Vorstellungsgespräch.

Kurzbeschreibung
Für „Azubis“ gilt: ohne Eignungstest kein Ausbildungsplatz. Überall entscheiden fragwürdige Tests und Auswahlgespräche über die Vergabe der wenigen Stellen. Damit Sie diese erfolgreich bestehen können, hier die 20 wichtigsten Tests und alle Fragen, die Personalchefs im Vorstellungsgespräch stellen.

Testtrainer für Ausbildungsplatzsuchende.

Kurzbeschreibung
Wer einen guten Ausbildungsplatz sucht, braucht auch Erfolg beim Einstellungstest. Eine gezielte Vorbereitung auf die verschiedenen Testarten und die Auseinandersetzung mit der Prüfungssituation helfen, den Wunsch-Arbeitgeber mit einer guten Leistung zu überzeugen. Joachim Keil hat auf der Grundlage realer Prüfungsunterlagen alle wichtigen Aufgabentypen mit zahlreichen Übungsmöglichkeiten zusammengestellt. Dieses aktuelle Training macht fit für jeden Test.

after school – Berufswahl

Kurzbeschreibung
Es ist gar nicht so leicht herauszufinden, was man mal werden will. Monika Hoffmann stellt die richtigen Fragen, damit man sich selbst auf die Schliche kommt. Was macht mir Spaß? Was kann ich gut? Nicht die Familie, nicht die Freunde sollen über den Beruf bestimmen – was man werden will, entscheidet man ganz alleine. Das Buch erklärt, wie man die eigenen Berufsziele entdeckt und verschiedene Ausbildungswege kennen lernt. Und wer weiterführende Hilfe sucht, der findet hier viele Tipps und Adressen.

Duale Ausbildung – Prüfungswesen im Dualen System

Prüfungswesen im Dualen System

Das System der dualen Berufsausbildung ist auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes durch Prüfungen gestaffelt. In der beruflichen (Erst)ausbildung sind das die Zwischenprüfung und die Abschlussprüfung. Eine besondere Form der Abschlussprüfung ist die sogenannte „Externenprüfung“. Das heißt, dass auch jemand zur Abschlussprüfung zugelassen werden kann, der zwar keine Ausbildung mit Zwischenprüfung im herkömmlichen Sinne absolviert hat, aber mindesten das Zweifache der Zeit, die eine reguläre Ausbildung dauern würde, im entsprechenden Beruf tätig gewesen ist. Weitere Prüfungen, die allerdings ihrer Form nach auf den o.g. aufsetzten sind Meister- und Fortbildungsprüfungen.

Sämtliche hier angeführten Prüfungen sind Kammerprüfungen. Das heißt, dass die Verantwortlichkeit bei den jeweiligen Zuständigen Stellen liegt. Von den Berufsschulen erhalten die Auszubildenden zwar ein Abschlusszeugnis, allerdings nicht auf Grundlage einer Abschlussprüfung im gebräuchlichen Sinne, sondern vielmehr als Resultat der Einschätzung der kontinuierlichen Lernleistungen. Demgegenüber sind die Berufsschulen durch die Mitgliedschaft von Berufsschullehrern in den Prüfungsausschüssen der Zuständigen Stellen indirekt dann doch wieder an den Prüfungen, und somit konkreten Leistungsbeurteilungen und Leistungseinschätzungen beteiligt.

Die Zwischenprüfung ist ihrem Charakter nach keine Prüfung im eigentlichen Sinne. Das heißt, es ist nicht vorgesehen, ein durch gewisse Regeln festgeschriebenes Leistungsvermögen nachweisen zu lassen, und ein Nichtbestehen mit Sanktionen (Ausschluss o.ä.) zu ahnden. Es wird lediglich eine Bescheinigung über die Teilnahme von den Zuständigen Stellen ausgestellt. Es geht also vielmehr um eine simple Feststellung der Fähigkeiten der Auszubildenden zur ungefähren „Halbzeit“ der Ausbildung. Ein wie auch immer geartetes Resultat dieser Zwischenprüfung hat keinerlei Konsequenzen. Grundgedanke dieser Art der Zwischenbestandaufnahme ist es, den Betrieben und den Auszubildenden gegebenenfalls Defizite aufzuzeigen, in deren Richtung verstärkt gearbeitet werden sollte und die es zu beheben gilt.

Die Abschlussprüfung (Facharbeiterprüfung bzw. Gesellenprüfung) ist die wichtigste der im Dualen System zu absolvierenden Prüfungen. Die bestandene Prüfung ist der Nachweis einer beruflichen Qualifikation, die den aktuellen Marktanforderungen entspricht. Außerdem ist sie Voraussetzung zur Teilnahme an weiterführenden Maßnahmen, wie zum Beispiel Meister-oder Technikerausbildung. Indes ist anzumerken, dass kein Auszubildender verpflichtet ist, eine solche Prüfung abzulegen. Allerdings sind die Teilnehmerzahlen von mehr als 99% Ausdruck der enormen Bedeutung, die einer solchen bestandenen Prüfung beigemessen wird. Nach dem Bestehen dieser Abschlussprüfung ist das Ausbildungsverhältnis zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden beendet.

Die ca. 10% der Teilnehmer an den Abschlussprüfungen, die nicht bestehen, haben die Möglichkeit, die sich automatisch um (in der Regel) ein halbes Jahr verlängernde Ausbildungszeit zu nutzen, und nach dieser Zeit erneut eine Prüfung abzulegen. Die Alternative wäre der Einstieg ins Erwerbsleben als „Ungelernter“, oder der Versuch, eine andere Ausbildung zu absolvieren. Die ca. 90%, welche die Prüfungen bestehen, haben damit für sich die Voraussetzungen geschaffen, bei Interesse an weiterführenden und fortbildenden Maßnahmen im Rahmen des Berufsbildungsgesetzes teilzunehmen. Diese sind dann wiederum mit Prüfungen verbunden (z.B. Meisterprüfung) auf die hier aber nicht näher eingegangen wird.

Duale Ausbildung – Lehrmethoden und Lernmethoden im Dualen System

Lehrmethoden und Lernmethoden im Dualen System

Die betrieblichen Ausbildungsmethoden zeichnen sich heute zum überwiegenden Teil noch dadurch aus, dass sie dem sogenannten Vier-Stufen-Modell folgen.

Gemeint ist damit, dass eine Vermittlung von Kenntnissen vom Ausbilder an den Auszubildenden der Systematik des Vorbereiten-Vormachen-Nachmachen-Üben entspricht. Ein Vorteil dieser Methode ist ohne Zweifel das hohe Maß an fachlichen Inhalten, die auf diesem Wege vermittelt werden können. Das, dem Ausbilder eigene Wissen, dass auf diese Art weiter gegeben wird, kann oft fachlich-qualitativ sehr hoch anzusiedelnde Komponenten beinhalten. Ein wesentlicher Nachteil dieses Vorgehens ist allerdings, dass der Auszubildende in eine Rolle gedrängt wird, die von Passivität und dem Fehlen an Eigeninitiative gekennzeichnet ist. Das heißt, dass die Auszubildenden sehr viel weniger darin geschult werden, selbständig und eigenverantwortlich zu handeln, als dies wünschenswert wäre. Wünschenswert deshalb, da es in der heutigen Situation in zum Beispiel Industriebetrieben in zunehmendem Maße so ist, dass der Mensch immer mehr aus dem eigentlichen Produktionsprozess herausgezogen wird, da diese Arbeiten immer öfter von Maschinen übernommen werden. Das heißt, der Mensch übernimmt immer mehr Planungs-, Vorbereitungs-oder Überwachungsfunktionen. Daraus folgt, dass es immer mehr darauf ankommt, neben der fachlichen Kompetenz, die natürlich nach wie vor grundlegend ist, auch andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel die Methoden-, Handlungs-und Sozialkompetenz, in der Berufsausbildung zu schulen und zu fördern. Dies ist nur möglich durch die unmittelbare und damit aktive Einbeziehung des Auszubildenden in den Ausbildungsprozess. Der Auszubildende sollte aus der Rolle des „Ausbildungskonsumenten“ heraus in die Rolle des, wenn man so will, „Ausbildungsmitgestalters“ wechseln.

Die Situation in Großbetrieben ist in diesem Zusammenhang eine weitaus günstigere als in kleinen oder mittleren Unternehmen. Ganz einfach, weil in Großunternehmen oft die größeren Ressourcen für die Ausbildung (Lehrwerkstätten o.ä.) vorhanden sind. In kleineren Betrieben, die häufig einfach darauf angewiesen sind, dass die Auszubildenden aktiv am Produktionsprozess eingebunden werden, gibt es oft gar nicht die Möglichkeiten (zeitlich wie räumlich) eine solche, qualitativ hochwertige, Ausbildung durchzuführen. Allerdings ist es in kleineren Betrieben oft auch so, dass Auszubildende selbständig arbeiten müssen, was wiederum in der Folge als durchaus positiv eingeschätzt werden kann, da somit einige der oben angesprochenen Kompetenzen gefördert werden.

Wie wohl zu sehen ist, lässt sich schlecht einschätzen, welche Ausbildungssituation (Groß-oder Kleinbetrieb) die günstigere ist. Beide Modelle haben ihre Vor-und Nachteile, und es sich somit keine „Rangliste“ im Sinne von Besser zu Schlechter erstellen lässt.

In den Berufsschulen stellt sich das Problem im Grunde häufig analog dar. Weitgehend dominiert der Frontalunterricht. Erstrebenswert, und wohl auch schon immer öfter angewendet, sind Unterrichtsformen, die aktivitätsfördernd und handlungsorientiert sind. Zum Beispiel Projektarbeiten, Planspiele, Fallstudien, Experimente usw.. Ausschlaggebend ist auch hier wieder die Idee, den Auszubildenden in den Mittelpunkt des Lehrprozesses und Lernprozesses zu stellen, und nicht den Ausbilder. Das heißt, dass auch hier wieder Bestrebungen zu erkennen sind, nicht nur fachlich-formale Bildungsinhalte zu vermitteln, sondern auch Kompetenzen, die zum selbständigen und kreativen Arbeiten notwendig sind. Insbesondere der Problemlösungskompetenz, als Fähigkeit zur selbständigen Informationsbeschaffung und -auswertung, wird Bedeutung beigemessen. Deutlich zu erkennen ist auch hier die Tendenz, von der nur fachlichen Ausbildung weg, hin zu einer möglichst ganzheitlich angelegten Schulung des Individuums.

Duale Ausbildung – Die Berufsschule im Dualen System

Die Berufsschule im Dualen System

Als dualer Partner zum Ausbildungsbetrieb existiert im System der Berufsausbildung die Berufsschule. Sie hat die Aufgabe, (überwiegend theoretische) allgemeine und berufsbezogene Lehrinhalte unter Berücksichtigung der betrieblichen Anforderungen zu vermitteln. Es handelt sich um eine „Teilzeit-Schule“ deren Umfang ca. ein bis zwei Tage pro Woche beträgt. Selbstverständlich sind auch Veranstaltungsmodelle im Blockunterricht möglich. Die Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildung durchlaufen (und solche, die ihre allgemeine Schulpflicht absolviert haben, aber erwerbslos sind), unterliegen der Berufsschulpflicht.

Heute sind die Berufsschulen bestrebt, auch Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln, die über die eigentlichen berufsspezifischen Anforderungen hinausgehen. Ziel ist es, neben der Fachkompetenz auch gewisse Kernkompetenzen (z.B. Sozialkompetenz) , bei den Schülern heraus zu arbeiten, um ihnen damit gewisse Flexibilitäten für ihr weiteres berufliches Leben mitgeben zu können.

Die wesentlichen Lehrfächer an Berufsschulen sind in drei Punkte aufzugliedern:
• Allgemeiner Unterricht (Sport, Deutsch, Gemeinschaftskunde…)
• Fachpraktischer Unterricht (Laborübungen o.ä.)
• Berufstheoretischer Unterricht (Rechnungswesen, Technisches Zeichen o.ä.)

Welchen Anteil die einzelnen Punkte am Gesamtcurriculum einnehmen, wird in den Stundentafeln festgeschrieben, die in der Verantwortung der einzelnen Landeskultusministerien liegen.

Man kann die Berufsschulen hinsichtlich ihrer Fachrichtungen unterscheiden. So gibt es gewerblich-technische, kaufmännische, hauswirtschaftliche, sozialpflegerische, landwirtschaftliche, gartenbauliche und bergbauliche Berufsschulen. Ein andere Klassifizierung ist nach Grundstufe und Fachstufe möglich. Die Grundstufe umfasst in der Regel das erste Jahr der berufsschulischen Ausbildung. In ihr werden hauptsächlich basale Kenntnisse vermittelt, während die auf sie aufbauende Fachstufe sehr viel mehr in die entsprechenden beruflichen Spezifika eindringt. Die Kooperation zwischen Betrieb und Berufsschule erfolgt heute auf unterschiedlichste Weise. So absolvieren zum Beispiel Berufsschullehrer diverse Betriebspraktika, und umgekehrt bieten Berufsschulen Seminare für Ausbilder an. Immer mit dem Ziel, den Kenntnis-und Informationsstand anzugleichen, und gemeinsame ideelle Grundlagen für eine Zusammenarbeit zu legen.

Duale Ausbildung – Eignung von Betrieben als Ausbildungsstätten

Eignung von Betrieben als Ausbildungsstätten

Um den Anforderungen an eine Ausbildungsstätte gerecht zu werden, muss ein Betrieb folgende Kriterien erfüllen:

1.
Er muss geeignet sein. Das heißt, es muss sich um einen Wirtschaftsbetrieb, eine Einrichtung des öffentlichen Dienstes oder der freien Berufe oder Haushalte handeln.

2.
Er muss über die entsprechende Ausstattung (Maschinen, Werkzeuge etc) verfügen, bzw. muss nachweisen, dass ein eventuelles Defizit durch überbetriebliche Ausbildungsstätten ausgeglichen werden kann.

3.
Die Zahl der Ausbilder o. Fachkräfte muss in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Auszubildenden stehen (6-8 Fachkräfte -> max. 3 Auszubildende)

4.
Es muss eine persönliche Eignung des Einstellenden vorhanden sein.

5.
Entweder der Einstellende oder der Ausbildende muss persönlich und fachlich (berufs-und arbeitspädagogische Kenntnisse, berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten des Ausbildenden müssen mit denen des Berufes, ausgebildet werden soll, zumindest verwandt sein; mindestens Meister oder adäquate Qualifikationen) geeignet sein.

Die zuständigen Stellen (Kammern) überwachen die Eignung von Betrieben zur Berufsausbildung anhand dieser Kriterien.

Duale Ausbildung – Ausbildungsordnungen als Grundlage der Berufsausbildung in den Betrieben

Ausbildungsordnungen als Grundlage der Berufsausbildung in den Betrieben

Die Ausbildungsordnungen für (dadurch) anerkannte Ausbildungsberufe bilden die rechtliche und didaktische Grundlage für die inhaltliche Planung, Organisation und Durchführung der betrieblichen Ausbildung. Laut §25 des Berufsbildungsgesetzes müssen in den Ausbildungsordnungen die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, die Ausbildungsdauer, das Ausbildungsberufsbild, der Ausbildungsrahmenplan, und die Prüfungsanforderungen enthalten sein.

Zuständig für die Erarbeitung von Ausbildungsordnungen ist das Bundesinstitut für Berufsbildung. Diese Zuständigkeit beinhaltet die Klärung der Grundlagen, Ziele und Inhalte beruflicher Bildung und das Erbringen von Vorschlägen zur Anpassung an technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Diese Vorschläge werden im Anschluss durch Vertreter der Arbeitgeber, Gewerkschaften, Bundesländer und Bundesregierung diskutiert, um zu einvernehmlichen Beschlüssen zu kommen, und diese dann als Rechtsverordnungen zu erlassen.

Der zeitliche Ablauf stellt sich so dar, dass die Spitzenverbände der Wirtschaft (Arbeitgeber und Gewerkschaften) im Einvernehmen mit den zuständigen Fachministern bildungspolitische Eckwerte festlegen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (gemeinsam mit Sachverständigen und Sozialpartnern) erarbeitet dann einen Entwurf für eine Ausbildungsordnung. Parallel hierzu wird ein Rahmenlehrplanentwurf für die Berufsschulen erstellt, der mit dem Entwurf für die Ausbildungsordnung abgestimmt und in verschiedenen Ausschüssen mit Vertretern von Sozialpartnern, Bund und Ländern beraten und im Konsens beschlossen wird. Anschließend erfolgt der Erlass der Ausbildungsordnung als Rechtsverordnung durch den Bundeswirtschaftsminister oder dem zuständigen Fachminister. Eine schematische Darstellung dieses Prozesses soll den Ablauf verdeutlichen.

Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrplaen

Ein ganz wesentlicher Punkt ist, dass diesem Prozess natürlich ein Bestreben innewohnt, zu gewährleisten, dass die zu entwickelnden Ausbildungsordnungen tatsächlich den aktuellen und (soweit als möglich vorhersehbar) den künftigen Anforderungen in der Berufspraxis gerecht werden.Methoden, solche Aspekte in die Entwürfe einfließen zu lassen, sind zum Beispiel Tätigkeitsanalysen, Betriebsbefragungen, Expertenbefragungen und Literaturanalysen.

Um den Ausbildungsordnungen von vornherein eine gewisse Flexibilität für die „Reaktion“ auf sich verändernde Anforderungen an die Berufsausbildung mitzugeben, werden sie weitgehend technikoffen formuliert. Gemeint ist damit, dass nicht bestimmte Techniken oder Verfahren festgeschrieben werden, sondern Funktionen oder Aufgaben, die mit unterschiedlichen Techniken erfüllt werden können. Außerdem werden in Ausbildungsordnungen nur Mindestanforderungen formuliert. Das heißt, dass jeder Betrieb darüber hinaus gehen darf. Im Grunde ist die Ausbildungsordnung als eine Anleitung zu verstehen, deren Umsetzung multiple Formen annehmen kann.

Duale Ausbildung – Unterschied zwischen Ausbildungvertrag und Arbeitsvertrag

Unterschied zwischen Ausbildungvertrag und Arbeitsvertrag

Ausbildungsvertrag   Arbeitsvertrag
Berufsausbildung in einem anerkanntem Ausbildungsberuf Vertragsgegenstand Arbeitsleistung
Ausbilder und Auszubildender
(bei Jugentlichen unter 18 Jahren die gesetzlichen Vertreter)
Vertragspartner Arbeitgeber und Arbeitnehmer
Vorgegeben durch die Ausbildungsordnung
(je nach Ausbildungsberuf mindestens zwei, höchstens dreieinhalb Jahre)
Vertragsdauer Liegt im Ermessen der Vertragspartner
Ausbildungsvergütung Entgelt Lohn und Gehalt
Während der Probezeit jederzeit ohne Einhaltung der Kündigungsfrist.
Danach nur möglich:
1. aus einem wichtigen Grund, ohne Einhaltung der Kündigungsfrist
2. vom Auszubildenden mit einer Frist von 4 Wochen,
   wenn er die Berufsausbildung aufgeben, oder sich für eine

   andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will

Kündigung Fristgerecht (ordentlich) oder fristlos (außerordentlich)
– Schriftlich
– Ist in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse der
  zuständigen Stelle einzutragen.
Vertragsform Mündlich oder schriftlich

Zustande kommt ein solcher Ausbildungsvertrag, ganz simpel, durch die Einigung zwischen Ausbildungsbetrieb, der, wie oben beschrieben, Eignungskriterien festlegen kann, und dem Ausbildungsbewerber. Mit diesem Vertrag, der seinem Wesen nach ein privatrechtlicher Vertrag ist, gehen die Partner gewisse Verpflichtungen ein, die von der jeweils anderen Seite im Grunde einklagbar sind. Auf Seiten des Ausbildenden wären zum Beispiel solche Pflichten (§6 des Berufsbildungsgesetzes):

• Verantwortung für die Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnissen, die für das Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich sind
• Verantwortung für die Organisation der Ausbildungsabläufe in jeglicher Hinsicht
• Verantwortung für die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien
• Verantwortung für den Berufsschulbesuch und ggf. die Führung von Berichtsheften
• Verantwortung für die charakterliche Förderung und körperliche und sittliche Nichtgefährdung des Auszubildenden

Der Auszubildende geht gemäß §9 des Berufsbildungsgesetzes die Verpflichtungen ein:

• sich zu Bemühen, die für das Erreichen des Ausbildungszieles notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben
• Aufträge im Rahmen seiner Ausbildung sorgfältig auszuführen
• an Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen
• Anweisungen von Weisungsberechtigten Personen nachzukommen
• die für die Ausbildungsstätte geltenden Ordnungen zu beachten
• pfleglich mit den Einrichtungen, Werkzeugen, Maschinen usw. umzugehen
• über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren.

Die Besonderheit des Ausbildungsvertrages, der seinem eigentlichen Wesen nach, wie erwähnt, ein privatrechtlicher Vertrag ist, liegt in der Integration von Rechten und Pflichten, die durch das Berufsbildungsgesetz festgeschrieben sind. Damit sind auch öffentliche Interessen implementiert. Das heißt, dass im Grunde keine konkrete Differenzierung zwischen Privat und Öffentlich möglich ist. Das zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass der Ausbildungsbetrieb bei einer mangelhaft erfolgten Ausbildung sowohl privatrechtlich (mögliche Regresspflicht des Betriebes) als auch von öffentlicher Seite (Entzug der Ausbildungserlaubnis) zur Verantwortung gezogen werden kann.

Duale Ausbildung – Zentrale Regelungsbereiche des Berufsbildungsgesetzes

Zentrale Regelungsbereiche des Berufsbildungsgesetzes

Wie bereits erwähnt, regelt das Berufsbildungsgesetz alle wesentlichen Punkte der Ausbildung in den Betrieben. Man könnte ihm eine dem Grundgesetz ähnliche Eigenschaft im Zusammenhang mit der Berufsausbildung zuschreiben. Die folgende Tabelle soll einen Überblick gewähren zu den Bereichen, in denen das Berufsbildungsgesetz wirksam wird, und den entsprechenden Detail-Regelungen.

Regelungsbereiche Details Paragraphen
Definitionen, Geltungsbereiche

Berufsbildung und -ausbildung, Fortbildung, Umschulung

1-2
Berufsbildungsverhältnis Begründung, Inhalt, Beginn und
Beendigung, Probezeiten,

Kündigung, Urlaub usw.

3-19
Ausbildungspersonal und Ausbildungsbetrieb Eignung, Eignungsfeststellung,
Eignung der Ausbildungsstelle

20-24

Ausbildungsberuf, Ausbildungsordnung Regelungsbereiche und Ausschließlichkeitsgrundsatz
der Ausbildungsordnung, Stufenausbildung, Verzeichnis
der Ausbildungsverhältnisse

25-33

Prüfungen Ausschüsse, Zulassungen, Ordnungen, Zwischen- und Abschlussprüfungen 34-43
Regelung und Überwachung Zuständige Stellen,
Ausbildungsberater, Landesausschüsse
44-45
50-59
Berufliche Fortbildung,
berufliche Umschulung
Prüfungen, Rechtsverordnungen, berufliche Bildung Behinderter 46-49

Ein wesentlicher Aspekt im Zusammenhang mit der Berufsausbildung ist der, dass
der Auszubildende nicht nur Pflichten, die im wesentlichen im Berufsbildungsgesetz
festgeschrieben sind, hat, sondern auch Rechte. Hier soll eine Verordnung
vorgestellt werden deren Inhalt insbesondere auf (1.) den Schutz des Auszubildenden im
Zusammenhang mit eventuellen gesundheitlichen Gefährdungen und (2.) die
Sicherstellung des Berufsschulbesuches ausgerichtet ist. Gemeint ist das
Jugendarbeitsschutzgesetz. So ist in ihm zum Beispiel ein Mindestalter (15 Jahre) für
die Beschäftigung, und damit auch der Ausbildung, von Jugendlichen geregelt.
Wesentlich sind daneben die Bestimmungen über die Anteile von Arbeits-und
Freizeit; und in dem Zusammenhang die Verpflichtung des Arbeitgebers, den
Auszubildenden zum Besuch der Berufsschule, zur Teilnahme an Prüfungen, zu
besonderen Ausbildungsmaßnahmen und zu Prüfungen freizustellen. Es ist auch
festgelegt, dass eine gesundheitliche Eignung des Auszubildenden in gewissen
Abständen, bzw. zu gewissen Zeitpunkten, nachgewiesen werden muss.

Eine besondere Bedeutung kommt im Gefüge der Berufsausbildung dem
Ausbildungsvertrag zu. In ihm sind die grundlegenden Dinge des Verhältnisses
zwischen Auszubildenden und dem ausbildenden Betrieb enthalten und geregelt. Als
basale Aspekte sind im §4 des Berufsbildungsgesetzes folgende Punkte
festgeschrieben:

1. Art, Gliederung und Ziele der Berufsausbildung
2. Beginn und Dauer der Ausbildung
3. Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte
4. Arbeitszeiten
5. Probezeiten
6. Fragen der Vergütungen
7. Urlaub
8. Kündigungsbedingungen

Um die Eigenheiten des Ausbildungsvertrages noch mehr zu verdeutlichen,
werden Ausbildungsvertrag und Arbeitsvertrag visuell gegenübergestellt.
Auf jeden Fall werden dadurch die Differenzen der beiden Vertragsarten deutlich
und tragen damit zum besseren Verständnis bei.

Duale Ausbildung – Rechtliche Grundlagen der Berufsausbildung

Rechtliche Grundlagen der Berufsausbildung

Wenn man nach Antworten auf die Frage nach den gesetzlichen Grundlagen sucht, wird sehr schnell klar, dass es sich im wesentlichen um vier Gesetze oder Verordnungen handelt, auf denen die Berufsausbildung fußt. Diese sind das Berufsbildungsgesetz, die Handwerksordnung, die Ausbildungsordnungen für die ca. 370 bundesweit geregelten Ausbildungsberufe und die Ausbildereignungsverordnung. Außerdem sind das Jugendarbeitsschutzgesetz, das Betriebsverfassungsgesetz, das Berufsbildungsförderungsgesetz und das Arbeitsförderungsgesetz zu nennen, da sie auch (neben den oben genannten Verordnungen) aufgrund ihrer Inhalte Auswirkungen auf, und damit Bedeutung für, die Berufsausbildung haben.

Die folgende Auflistung soll einen kurzen Überblick zu den Inhalten der wichtigsten Gesetze geben.

Berufsbildungsgesetz und Handwerksordnung: – Regeln alle wesentlichen Aspekte der Berufsausbildung
– Haben „Grundgesetzcharakter“
Jugendarbeitsschutzgesetz: – Regelt die Dauer der anteiligen Ausbildungsphasen (Betrieb zu Berufsschule)
Betriebsverfassungsgesetz: – Wirksam bei mind. 5 Arbeitnehmern im Betrieb
– Regelt die Beteiligungsrechte der Arbeitnehmer und Jugendvertretung
  an der Gestaltung der Berufsausbildung
– Grundlage für Rechte und Pflichten des Betriebsrates
Ausbilder-Eignungsverordnung: – Regelt, wer sich einer Eignungsprüfung unterziehen muss
  und welche Inhalte diese hat
Berufsbildungsförderungsgesetz: – Regelt die Berufsbildungsplanung und Berufsbildungsstatistik
– Rechtliche Grundlage für die Erstellung des Berufsbildungsberichtes
– Regelt die Organisationsstruktur und Aufgaben des Bundesinstitutes für Berufsbildung
Arbeitsförderungsgesetz: – Regelt die finanzielle Förderung der Berufsbildung (von Personen und Institutionen)
– Wichtiges arbeitsmarktpolitisches Element

In den nächsten Abschnitten werden das Berufsbildungsgesetz, das Jugendarbeitsschutzgesetz und die Besonderheiten im Umfeld des Ausbildungsvertrages näher beleutet.

Duale Ausbildung – Zuständigkeiten – Berufsschulen

Berufsschulen
• Im Rahmen des Dualen Systems Partner der Ausbildungsbetriebe
• Staatliche Pflichtschule deren Lehrer Mitglieder der Berufsbildungsausschüsse (beratend)
und der Prüfungsausschüsse (voll stimmberechtigt) sind
• Vermitteln berufliche Qualifikationen nach Maßgabe der Rahmenlehrpläne
• Schwerpunkt liegt auf theoretischer Grundlegung und Durchdringung der praktischen Ausbildung im Betrieb
• Nimmt daneben Aufgaben allgemeinbildender Schule war (Erweiterung der Allgemeinbildung)
• Unterricht sollte mindestens 12 Wochenstunden umfassen
• Berufsschule ist zwar an Prüfungen beteiligt, aber nicht an deren Zertifizierung (siehe Kammern)
Neben den genannten Einrichtungen existieren auch noch die sogenannten überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Sie ergänzen die Berufsausbildung in den Betrieben. Ihre hauptsächlichen Aufgaben sind der Ausgleich von Niveauunterschieden der betrieblichen Ausbildung und die Weitergabe von Technik- und Technologiekenntnissen, die anderswo nicht vermittelt werden können, aber Bestandteil des Rahmenplanes sind. In rechtlicher Hinsicht sind sie Bestandteil der betrieblichen Ausbildung und fallen somit unter Bundeszuständigkeit. Träger solcher Einrichtungen können Organisationen der Wirtschaft (Kammern, Innungen etc.), kommunale Körperschaften, Sozialpartner (Arbeitgeber, Gewerkschaften), Fachverbände oder Kirchen sein. Einen sehr großen Platz in solchen Einrichtungen nimmt neben der betriebsergänzenden Berufsausbildung das Angebot von Weiterbildungsmaßnahmen, insbesondere der Anpassungsweiterbildung, ein.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Berufsausbildung innerhalb des Dualen Systems liegt faktisch bei beiden Parteien (Betrieb und Berufsschule). In rechtlicher Hinsicht trägt diese aber überwiegend der Ausbildungsbetrieb. Dafür ist der Ausbildungsvertrag, ein Vertrag zwischen Betrieb und Auszubildendem mit privatrechtlichem Charakter, ausschlaggebend. Dieser Vertrag kommt auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes zustande, dessen Wortlaut grundlegend für die Inhalte des Vertrages ist. Das heißt, dass die Pflichten des Ausbildenden von Auszubildenden einklagbar sind. Die Berufsschule dagegen kann rechtlich für das „Versagen“ eines Berufsschülers nicht belangt werden.

Die überwachende Kontrolle der Berufsausbildung erfolgt im Regelfall durch drei Institutionen. Zum Ersten wird die Ausbildung in den Betrieben von den zuständigen Stellen (Kammern) überwacht (z.B. betrieblicher Ausbildungsplan, Kontrolle des Verbotes der Beschäftigung mit ausbildungsfremden Tätigkeiten, Freistellung zum Besuch der Berufsschule, Einsatz der Ausbilder etc.). Zum Zweiten erfolgt die Kontrolle der Arbeit der Berufsschulen durch die Staatliche Schulaufsicht. Zum Dritten sorgt das Gewerbeaufsichtsamt dafür, dass das Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend (Jugendschutzgesetz) eingehalten wird (z.B. gesundheitliche Betreuung).